Diagnostik

Um Kinder möglichst individuell in ihren Stärken zu fördern und Schwächen auszugleichen sowie Eltern sinnvoll zu beraten, ist eine gezielte pädagogische Diagnostik notwendig. Hierzu wurde ein Schülerheft mit Aufgaben zur lernprozessbegleitenden Diagnostik entwickelt, das Lehrkräfte mit Beginn der Einschulung für ihren diagnostischen Überblick einsetzen können. Durch die Erweiterung auf die Klassenstufen 3 und 4 erhält die Lehrkraft ein Material, mit dem sie die Kinder vom 1. bis zum 4. Schuljahr prozessorientiert und arbeitsökonomisch diagnostizieren kann. Darüber hinaus enthält das Schülerheft Einzelaufgaben zu jedem Aufgabenbereich, die den Lehrkräfte bereits die passende, individuelle und gezielte Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten in den jeweiligen Teilbereichen zur Verfügung stellen. Ein dazu passendes Lehrerheft kommentiert die ausgewählten Aufgaben und liefert neben den Durchführungshinweisen für die Aufgaben auch umfassende Beobachtungs- und Förderhinweise.

Folgende entscheidende Leitfragen der lernprozessbegleitenden Diagnostik nach Mechthild Dehn (2006) stehen dabei am Anfang:

      1. Was kann das Kind?

      2. Was soll es lernen? (Orientierung an den Bildungsstandards)

      3. Was kann es als Nächstes lernen? (Orientierung an Entwicklungsmodellen des Schriftspracherwerbs, die nicht als lineare, abzuarbeitende Stufen verstanden werden sollen)

In festgelegten Testzeiträumen, den sog. „Meilensteinen“, führt die Lehrkraft in ihrer Klasse Klassenaufgaben zu den Bereichen Schriftwissen, phonologische Bewusstheit und Textkompetenz (Klasse 1 und 2) durch, sowie zu den Bereichen Flüssig lesen und schreiben, Fehler erkennen und Texte verstehen und Texte schreiben (Klasse 3 und 4).

Natürlich ersetzen die Klassenaufgaben nicht die gezielten Beobachtungen der Lehrkraft. Sie stellen ein "Screening" oder einen Filter dar, um möglichst schnell und arbeitsökonomisch sinnvoll die Leistungen der Kinder zu erfassen und diejenigen zu erkennen, die mit einiger Wahrscheinlichkeit Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb haben werden.

Mit diesen Schülerinnen und Schüler werden dann einzeln oder in Kleingruppen die förderdiagnostischen Einzelaufgaben durchgeführt. Dadurch erhält die Lehrkraft fundierte Erkenntnisse für Inhalte und Ziele der weiteren individuellen Förderung des Kindes.

Zurück