Praxistipp Lesen mit Bewegung

Kirstin Lovejoy praktiziert in ihrer Klasse seit einigen Jahren sehr erfolgreichdie Methode "Bewegtes Lesen". Gemeinsam mit anderen Kolleginnen und Kollegen der Gemeinschaftsschule Mölln wird die Methode stetig weiterentwickelt.

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Praxistipp: Lesen mit Bewegung

Bewegte Schülerinnen und Schüler lernen leichter
 

Kirstin Lovejoy praktiziert in ihrer Klasse seit einigen Jahren sehr erfolgreichdie Methode "Bewegtes Lernen". Gemeinsam mit anderen Kolleginnen und Kollegen der Gemeinschaftsschule Mölln wird die Methode stetig weiterentwickelt. In diesem Beitrag stellt Frau Lovejoy den Einsatz der Methode "Bewegten Lesen" vor.

 

 

Wie gehe ich vor?

Zunächst richte ich meinen Klassenraum den neuen Anforderungen entsprechend ein. Haben Sie den Mut, die Tische ganz nach außen zu schieben, am besten so, dass möglichst dabei ein Sitzkreis entsteht.

Das Pult sollte ebenfalls beiseite gestellt werden. Da die Lehrkraft auch eine wichtige Rolle übernimmt, sollten Sie sich eine gemütliche Büroecke einrichten.  

Die Tafel sollte frei stehen, so dass schnell ein mobiler Sitzkreis eingerichtet werden kann. Eine vordere Sitzreihe ist deshalb günstig, weil hier schon einige Schüler Platz nehmen können. Der Rest (ca. die Hälfte) kommt mit einem Stuhl nach vorne. Dies spart Zeit und Kräfte!

 

Welche Medien brauche ich?

In meinem Klassenraum hängen permanent zwei viel benutzte Medien, die “Haltestelle” und der “Leuchtturm” in mehrfachen Kopien (5 nummerierte Leuchttürme und 6 nummerierte Leuchttürme). 8 bunte Plastikblumentöpfe lassen sich zusätzlich variabel als Lernstationen auf dem Boden verteilen, die dann abgelaufen werden müssen. Ein Schüler möchte beispielsweise mit seinen Lesetexten eine Art „Eckenraten“ (Topfraten) dort veranstalten. Der Vorteil zum Eckenraten: Alle anderen sitzen um die Spieler herum und beantworten Fragen zum Text.  In dieser Gemeinschaft lernen die Kinder in aktiven Kleingruppen. Die Lerner sind in allen Phasen aktiv, die Lehrkraft beobachtet und unterstützt nur, wenn unbedingt notwendig.

 

 

 
"Stop an Go Lesen"

Die Lesephasen werden bei dieser Methode zeitlich begrenzt auf beispielsweise 5 bis 7 Minuten. Danach tauschen sich die Schülerinnen und Schüler über das Gelesene im Doppelkreis oder Walk and Talk aus (sogenanntes „Stop and Go – Lesen“).
Eine interessante Variante hierbei ist bei jüngeren Schülerinnen und Schülern die Verwendung von selbst hergestellten Handpuppen zum Buch, die aus den Leseinhalten heraus ins Gespräch kommen. Dies kann z.B. ein einfaches Kennenlerngespräch sein, das man im Doppelkreis oder Walk and Talk durchführt.

Der Einsatz weiterer kooperativen Lernformen gehören regelmäßig zu meinem täglichen Unterricht.

Nach meinen Erfahrungen ist die Behaltensleistung auch schon nach dem ersten Mal extrem hoch. Meine Lernerinnen und Lerner können sich auch bei nicht sofortiger Wiederholung sogar noch an Details erinnern.

Ein sehr aktiver Unterricht lässt auch die schwächeren Kinder stark werden, da sie gelöster und druckfreier lernen. Sie werden freier und mutiger. Sie dürfen sich ausprobieren und in einem geschützten Raum Fehler machen. Dabei werden alle Schülerinnen und Schüler einbezogen und arbeiten auf allen Leistungsstufen miteinander - das ist echte "Inklusion".

Schließlich ist die soziale Interaktion (meine Klasse nennt dies „Labern“ und „Spielen“) ein weiterer wichtiger Bestandteil des effektiven Lernens, vom freien „Walk and Talk“, über „Doppelkreis“, Haltestelle, Leuchtturm bis hin zu dem klassischen Spiel. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Eine junge Lehrkraft sagte kürzlich zu mir, dass sie seitdem sie ihr Klassenzimmer umgebaut und auf "Bewegtes Lernen" eingelassen hat, plötzlich so viele Unterrichtsideen hätte, da nun alles bequem umzusetzen sei.

 

Wir von der Gemeinschaftsschule Mölln freuen uns über jede Schule bzw. Lehrkraft, die uns bei der Entwicklung des „Bewegten Klassenzimmers“ durch eigene aktive Unterrichtsentwicklung unterstützt.

Meine Kolleginnen, Kollegen und ich suchen Personen aus anderen Schulen, die sich mit mir und meinen Kollegen in einer Arbeitsgruppe über diese Entwicklungen austauschen.

 

Gerne stehen wir Ihnen auch für Beratung und Starthilfe zur Verfügung. Sie dürfen auch gerne bei uns im Unterricht hospitieren, um unser Konzept „live“ und „aktiv“ mitzuerleben.

 

 

 

Bewegung fördert Wahrnehmung, Konzentration, Gedächtnis und Kreativität.

Bewegung regt an bei Müdigkeit und Unlust und hilft beim Stressabbau.

Bewegung sorgt nicht nur für eine bessere Haltung und weniger Rückenprobleme, sondern auch für ein positives Klassenklima und weniger Aggressionen.

von Ursula Oppolzer

 

Kontakt:

Gemeinschaftsschule Mölln

Auf dem  Schulberg, 23879 Mölln

Kontaktperson:

Kirstin Lovejoy, Email: kilov@live.com

 

 

 

 

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