Die Lesewoche

"Zeit zu verlieren heißt Zeit gewinnen" (Rousseau)

 

„Das Ziel der Erhöhung der Lesezeit wird durch das wöchentlich zu kopierende Arbeitsblatt 'Lesewoche' verfolgt. Es ermöglicht die Dokumentation der Leseaktivitäten. Jeder im Unterricht oder in der Freizeit gelesene Text wird hier mit seinem Titel, in höheren Klassen mit genauer Quellenangabe (Autor, Titel, …) aufgeführt. Auch die angewandten Lesestrategien sind bei  zunehmend bewusstem Umgang zu vermerken.“ (Quelle: Schulmanagement-Handbuch 124, S. 50). 

Die Kopiervorlage „Lesewoche“ ist ein Instrument um das „ritualisierte Lesen“ zu unterstützen. Auf diese Weise werden das tägliche Lesen gefördert, Leseaktivitäten dokumentiert und Leseerfolge sichtbar gemacht.

 

Organisation und Einsatz der „Lesewoche“

 

Die Lesewoche kann täglich eingesetzt werden. Lehrerinnen und Lehrer im Projekt nutzen die Lesewoche beispielsweise: 

  • in der Einstiegsphase einmal in der Woche während einer Doppelstunde
  • regelmäßig im Rahmen der Freiarbeit/Wochenplanarbeit
  • über jeweils 2 Monate/ein Halbjahr hinweg
  • je eine bis zwei Wochen im Monat
  •  in den Ferien eine Woche 

 

 

Gerade für die Einführungsphase eignet sich die im Materialordner abgelegte „Hosentaschenlesewoche“, in die die Schülerinnen und Schüler zunächst ihre Lesetexte eintragen und zu einem späteren Zeitpunkt in die „Lesewoche“ in der Lesemappe übertragen. 

 

 

Ritualisierte Lesezeiten

Die Lesemappe, vor allem auch das Arbeitsblatt "Lesewoche", ist ein Mittel zur Ritualisierung der Lesezeit.

Wie kann nun das tägliche Lesen zur Gewohnheit für die Schülerinnen und Schüler werden? Einen Beitrag leistet das Einräumen einer täglichen Lesezeit im Rahmen der Unterrichtszeit. Diese Lesezeit wird mit einer Betonung des "leisen Lesens" verknüpft.

 

In der Einführungsphase empfiehlt es sich atmosphärische Schwerpunkte zu setzen:

 
Eine gemütliche Schmökerstunde

"Der Stundenanfang wird vom Geraschel, das während der Einrichtung des eigenen Leseplatzes entsteht, bestimmt sein. Die Vorbereitung für ein unvergessliches Erlebnis: eine gemütliche Schmökerstunde (...) vielleicht die erste Schmökerstunde im Leben vieler Schüler und Schülerinnen. Jeder erprobt zunächst seine angenehmste Leseposition - auf dem Bauch liegend, auf der Fensterbank sitzend, mit einer Decke auf dem Fußboden, im Körperkontakt mit einem anderen Leser ... . Und wenn dann Ruhe einkehrt und alle sich langsam in der Sicherheit wiegen können, dass eine lange Stillezeit geboten wird, beginnt eine Unterrichtsphase, die nicht nur die Leserinnen und Leser genießen, sondern auch der Lehrer oder die Lehrerin. Wenn alle vertieft sind, wird sehr schnell deutlich, wessen Blick noch unruhig abschweift. Diese einfach Beobachtung gibt der Lehrkraft Hinweise für besondere Förderbedürftigkeit im Bereich der Konzentration, möglicherweise muss auch nur ein Augenarzttermin empfohlen werden." (Schulmanagement-Handbuch 124, S. 51)

 

 

Organisation des täglichen Lesens (Beispiele)

 

    • Verankerung einer Leseaufgabe im Wochenarbeitsplan
    • Eine Leiselese-Doppelstunde pro Woche
    • Wöchentlicher Wechsel der Anbindung im Stundenplan

 

 

Wer sind die Lesepaten?

„Pate“ – kann irgendeine Person sein, z.B. Mutter, Vater, Bruder, Onkel, Mitschülerin oder Mitschüler. Die Unterschrift leistet hier die Person, die bestätigen kann, dass die Schülerin oder der Schüler einen Text gelesen hat. Davon hat sich diese Person z.B. dadurch überzeugt, dass sie mit dem Schüler oder der Schülerin über das Gelesene gesprochen hat.

An einigen Schulen gibt es bereits ehrenamtliche „Lesepaten“, die sich wöchentlich eine Stunde Zeit nehmen, um mit einem Schüler oder einer Schülerin Texte auszuwählen und über (meist leise) gelesene Texte zu sprechen. Lesepaten sind auch ältere Schülerinnen und Schüler. In höheren Klassenstufen kann in Lesewochen auf „Patenunterschriften“ verzichtet werden.

 

Was kann gelesen werden?[

Zunächst sind alle Texte, die von den Schülerinnen und Schülern gelesen werden, möglich. Das kann das Vorlesen für eine jüngere Schwester, das Lesen einer Gebrauchsanweisung oder der Fernsehzeitschrift und vieles mehr sein

 

 

Praxistipp Lesewoche

Um die zunächst Arbeitsorganisation zu verringern, werden die „Lesewochen“ an unserer Schule in einem Schnellhefter gesammelt, so dass die Schülerinnen und Schüler diese täglich auch zu Hause schnell zur Verfügung haben.

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Praxistippp rotierende Lesestunde

Die rotierende Lesestunde an der Gemeinschaftsschule Kronshagen ist eine ganz besondere Möglichkeit der nachhaltigen Etablierung der Leseförderung in allen Fächern.

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