Förderung der Lesekompetenz im Mathematikunterricht

 

 

Zum Verstehen mathematischer Texte ist auf Grund der oben angeführten Unterschiede die allgemeine Lesekompetenz nicht ausreichend. Erforderlich ist eine mathematisch-spezifische Lesekompetenz.

Die Lesestreifen „Texte mit Zahlen lesen 1 und 2“ regen zu handlungs- und produktionsorientierten Verfahren im Umgang mit Texten an.

Sie beinhalten zudem Impulse für den Mathematikunterricht.   

 

Eine das Leseverstehen effektiv unterstützende Strategie besteht beispielsweise darin, den Text in eine andere Darstellungsform (Skizze, Bild, Tabelle, Strukturdiagramm, Prozessdiagramm, Mindmap, Graph,...) zu übersetzen. Dabei wird die aktive, eigenständige Ausein-andersetzung des Lesers/der Leserin mit dem Text gefördert.

Texte lassen Bilder im Kopf entstehen. Oft hilft es den Lesenden, wenn sie das Gelesene zeichnen, d.h. bildlich umsetzen.

 

Um ein Bild von einem Textbeispiel zeichnen zu können, muss man den Text genau durchlesen bzw. mehrmals lesen. Während des Zeichnens beschäftigen sich die Schüler mit dem Inhalt des Textes; sie entwickeln bereits einen Lösungsweg.

 

Beispiel: Expandieren

Mathematische Texte sind meist stark komprimiert und enthalten viele Fachbegriffe.

Während Deutschlehrkräfte häufig mit der Lesestrategie des Zusammenfassens von Texten arbeiten, müssen mathematische Texte expandiert bzw. „entpackt" werden, damit sie verständlicher werden.

Das Expandieren kann durch Zusätze, Erläuterungen, Erklärungen, Zeichnungen und weiteren Informationen, die von der Lehrkraft gestellt werden, erfolgen.

Es kann jedoch auch durch Übung zur Strategie der Schülerin oder des Schülers werden, mit der mathematische Texte leichter geknackt werden.

 

Beispiel: DaZ-Methoden bzw. Aspekte der Durchgängigen Sprachbildung zur Förderung des Leseverstehens mathematischer Texte nutzen

Die mathematische Sprache unterscheidet sich wesentlich von der Alltagssprache, da in der Mathematik viele Begriffe nur in einer Bedeutung verwendet werden. Diese Begriffe lassen nur eine Schlussfolgerung zu und damit nur eine Rechenoperation.

Besonders groß ist die Anzahl der neuen Fachbegriffe in der 5. Schulstufe. (Ergebnis einer Untersuchung in der Steiermark von Mag. S. Höfert, 2006). Über 170 Fach-vokabel müssen Schüler dieses Jahrgangs lernen.

Zusätzlich werden häufig für einen Fachbegriff in Textbeispielen verschiedene Worte aus der Umgangssprache verwendet, z.B. für das Multiplizieren.

Nützlich ist dafür das Anlegen eines Rechenvokabelheftes, in dem neue Begriffe zu bereits bekannten hinzugefügt werden bzw. zu einem Begriff die verschiedenen Worte eingeschrieben werden.

 

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