Methoden der Textentlastung

Häufig haben Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten, Texte zu verstehen. Dies zeigt sich in allen textbasierten Fächern. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Text selbst verändert werden oder gar auf Texte verzichtet werden muss.

Mit Methoden der Textentlastung und entsprechenden Aufgaben kann der schwache Leser durch schwierige und anspruchsvolle Texte hindurchgeführt werden. Sie dienen ganz konkret dem Textverständnis. Die Kenntnis dieser Methoden ermöglicht Lehrkräften eine Vorbereitung von Arbeitsblättern, die den erfolgreichen Lesekompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler begleiten. Einige Methoden der Textentlastung sind auch vom Schüler oder von der Schülerin selbstständig anwendbar. Gemeinsame Reflexionsprozesse im Sinne von Metakognition bahnen die bewusste Verwendung einzelner Textentlastungen als Strategie an.

Die vorliegende Übersicht bietet eine Auswahl von Anregungen zur Vorbereitung eines Textes mit Methoden der Textentlastung und Aufgaben, die zu diesen Methoden passen. Die Formulierungen sind textunabhängig und für schriftliche Aufgaben zum leisen Lesen vorgesehen.

Die Aufgabenbeispiele regen insgesamt zur Entwicklung oder Nutzung von Lesestrategien an und sind an den KMK-Bildungsstandards orientiert. Sie sind auf Texte in allen Fächern und allen Schularten anwendbar, auch wenn hier exemplarisch der Bezug zu den Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss im Fach Deutsch hergestellt wird. Damit bilden diese Methoden einen zentralen Baustein zur durchgängigen Sprachbildung.

Die Beispiele sind dem Lesen-macht-stark-Materialordner entnommen. Die vorliegende Übersicht unterstützt den Transfer zu den in den Projektmaterialien exemplarisch aufbereiteten Lesetexten.

 

 

Methoden der Textenentlastung und Möglichkeiten der Differenzierung

Dem Lesen-macht-stark-Projektmaterial liegen verschiedene Ansätze der Differenzierung zugrunde, die an anderer Stelle ausführlicher erläutert werden. Sie basieren zum Beispiel auf der freien Wahl des Themas, dem Umgang mit dem Faktor Zeit, der Verwendung individueller Lesestrategien, dem gendersensiblen Textangebot etc.

Bewusst wurde darauf verzichtet, jedes Arbeitsblatt für drei definierte Differenzierungsgruppen anzubieten, weil durch die Festlegung einer Stufigkeit in der Lernzeit die Gefahr einer unerwünschten Festlegung bestünde und die individuellen Möglichkeiten der Lesekompetenztwicklung eine Einschränkung erführen.

Das Ausmaß an Textentlastungsbedarf ist je nach Aufgabe, Thema oder Text sehr unterschiedlich. Letztlich sind vor allem die individuellen Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler maßgeblich. Nur der Blick auf den Einzelnen unter der Fragestellung „Wie lernt dieser Schüler?“ führt zur Entscheidung für die Verringerung oder die Ausweitung der Komplexität der Aufgabe. Dies kann – bezogen auf das Individuum – bei einer Anforderung die Ausweitung und bei einer anderen Anforderung die Verringerung der Komplexität verlangen.

In der folgenden Übersicht werden Impulse für die Verringerung der Komplexität der Aufgaben beispielsweise durch eindeutige Anleitung und Vorgabe des zu beschreitenden Weges erreicht.

Eine Ausweitung der Komplexität wird durch Aufgaben ermöglicht, die in der Regel durch größere Offenheit, Vielschichtigkeit und erweiterte Möglichkeiten bei der Wahl der zu beschreitenden Wege gekennzeichnet sind.

Diese Verringerung oder Ausweitung der Komplexität ist keinesfalls für jede Aufgabe und für jeden Schüler erforderlich.

Insgesamt sind die Aufgaben auf drei Phasen des Lesens bezogen:

 

  • Vor dem Lesen
  • Während des Lesens
  • Nach dem Lesen

Textentlastungen zeigen sich, abgesehen von der Aufgabe, auch in der Vorbereitung der Lehrkraft, zum Beispiel in der Auswahl funktionaler Bilder, die das Textverständnis unterstützen (unter: Vorbereitung, Aufgaben, Differenzierung).