"Lesen macht stark" in der Offenen Ganztagsschule

Beitrag von Herrn Bogner, Schulleiter der Gemeinschaftsschule Wilster

Neben der Arbeit mit den Lesemappen im Unterricht und Leseanlässen in den Fachbereichen wollten wir an der GemS Wilster eine spezielle Lesestunde zusätzlich zum regulären Deutschunterricht für unsere fünf Eingangsklassen im Schuljahr 2008/2009 installieren. Wir wollten hierfür keine Lehrerstundeneinsetzen, zumal in früheren Jahren es zu den Aufgaben der Familie gehörte, die Liebe zumBuch zu fördern und zu festigen. Da weder Lesepaten noch Mütter ehrenamtlich zur Verfügung standen,um diese Stunden verbindlich und zuverlässig gewährleisten zu können, erklärte sich die Ehefraudes stellvertretenden Schulleiters bereit, an einem Vormittag die Aufgabe zu übernehmen.    Die fünf Lesestunden wurden fest im Stundenplan eingebunden. Die absolute Notwendigkeit für diese Vorgehensweise sahen wir im täglichen Unterricht:Schülerinnen und Schüler, die in lehrerzentrierten Inputphasen teilweise unterrichtsförderndmitarbeiteten versagten im Gruppenunterricht, wenn Informationen aus kindgerechten Sachbüchernherausgearbeitet werden sollten. Teilweise konnten sie beim bloßen Blättern und beschauen von Photos beobachtet werden.  

 

Dieser etwas andere Unterricht sollte außerdem nicht im Klassenraum stattfinden, sondern in einem Gebäude der offenen Ganztagsschule durchgeführt werden, das schon allein durch die etwas verwinkelte Bauweise und den Flair des Besonderen Motivation vermitteln sollte. Über den örtlichen Buchhandel wurde abgefragt, welche Bücher zurzeit in dieser Altersgruppe gelesenwurden und aus einer Auswahlsendung sechzig Bücher als Grundstock für eine kleine Büchereckeangeschafft. Wir rechneten von Anfang an nicht damit, dass jedes Kind sein eigenes Buch mitbringen würde und wollten deshalb ein Angebot durch die Schule bereitstellen. Schon am Anfang des Projektes wurde festgestellt, dass nicht nur Bücher mit altersgemäßem Druckbild benötigt wurden. Gerade von leistungsschwächeren Lesern, nicht nur von Integrationsschülern, wurden Bücher in Großschrift gefordert. Hierzu führte nicht eine fehlende Leistungsbereitschaft sondern das Fehlen einer soliden durch Übung erworbenen Lesekompetenz. Zusätzlich wurden Spiele mit Leseanreizen angeschafft. Auf diese Weise konnten wir Schülern ein Leseangebot bieten, das frei von jedem Fachbezug und offizieller Leistungsbeurteilung war.  

 

 

Neben diesen Angeboten kommen zudem die Lesemappen auch außerhalb des „normalen Unterrichts“ zum Einsatz. Hierbei wirkt sich nachteilig aus, dass zu jeder „Lesestunde“ die Klasse ihre Mappen aus dem Klassenraum in den „Port“ tragen muss. Gleiches gilt für den Transportaufwand bei Kopien aus den unterschiedlichen Auswahlbereichen.Auffällig ist, dass unsere Schüler jetzt lieber zu einem Buch greifen und die Angebote aus dem Materialordner weniger gern angenommen werden.

Zurück