Praxistipp "Lesewoche"

Praxistipp von Uta Hartwig, IQSH

 

 

Das Ziel der Erhöhung der Lesezeit wird durch das Arbeitsblatt „Lesewoche“ verfolgt. Es ermöglicht die Dokumentation der Leseaktivitäten. Jeder im Unterricht oder in der Freizeit gelesene Text wird hier mit seinem Titel, in höheren Klassen mit genauer Quellenangabe (Autor, Titel, …) aufgeführt. Auch die angewandten Lesestrategien sind dabei mit zunehmend bewusstem Umgang zu vermerken.

 

Die Kopiervorlage „Lesewoche“ ist ein Instrument um das „ritualisierte Lesen“ zu unterstützen. Auf diese Weise werden das tägliche Lesen gefördert, Leseaktivitäten dokumentiert und Leseerfolge sichtbar gemacht.

 

 

Organisation und Einsatz der „Lesewoche“

 

Die Lesewoche kann täglich eingesetzt werden. Lehrerinnen und Lehrer im Projekt nutzen die Lesewoche beispielsweise: 

    • in der Einstiegsphase einmal in der Woche eine Doppelstunde
    • regelmäßig im Rahmen der Freiarbeit/Wochenplanarbeit
    • über jeweils 2 Monate/ein Halbjahr hinweg
    • je eine bis zwei Wochen im Monat
    •  in den Ferien eine Woche 

 

Um die zunächst aufwändige Arbeitsorganisation zu verringern, werden die „Lesewochen“ an unserer Schule in einem Schnellhefter für das Fach Deutsch gesammelt, so dass die Schüler diese täglich auch zu Hause schnell zur Verfügung haben.

Wenn über 4 Wochen mit der Lesewoche gearbeitet werden soll, dann erhalten die Schülerinnen und Schüler gleich vier  Kopiervorlagen „Lesewoche“, die dann am Ende der Einheit in die Lesemappe eingeordnet werden. Auf diese Weise muss lediglich einmal im Monat ein Teil einer Unterrichtsstunde zum Wegheften der Arbeitsblätter genutzt werden. In diesem Zusammenhang werden dann auch weitere gesammelte Texte oder Kopien der gelesenen Buchtitel (diese werden manchmal auch liebevoll von den Schülerinnen und Schülern selbst gestaltet) in den Lesemappen in der Rubrik „Lesetexte“ abgelegt.

 

 

 

Gerade für die Einführungsphase eignet sich die im Materialordner abgelegte „Hosentaschenlesewoche“, in die die Schülerinnen und Schüler zunächst ihre Lesetexte eintragen und zu einem späteren Zeitpunkt in die „Lesewoche“ in der Lesemappe übertragen.

 

Wer in Jahrgangsstufe 7 bis 9 nach einer weiteren methodischen Abwechslung sucht, der kann auch einen „Lesekalender“ einsetzen. Dazu wird beispielsweise aus Microsoft Outlook oder einem entsprechenden Kalenderblatt eine Monatsübersicht ausgedruckt, auf Din A3 vergrößert und von den Schülern als Lesewoche ausgefüllt. Dabei sollten die Schüler ihren Lesetext und die Lesestrategien in unterschiedlichen Farben einfügen. (Dieser Tipp stammt von F. Samadi)

Spalte „Lesestrategien“

Besonders in der Einführungsphase ist es oft schwierig, die Spalte „Meine Strategien“ ausfüllen zu lassen. Wenn die Strategien noch nicht ausreichend eingeführt wurden, dann kann diese Spalte auch beim Fotokopieren nach hinten weggefaltet oder die hier vorliegende Tabelle kopiert werden.

Der Hinweis „Autor und Titel“ kann in der Einführungsphase entfallen. In einigen Klassen werden zwei unterschiedliche Kopiervorlagen „Lesewoche“ angeboten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass in einer Klasse einige Schülerinnen und Schüler bereits viel lesen und ihre Strategien gut formulieren können. Für so genannte „Risikoschüler“ wird dann im Rahmen der Differenzierung eine vereinfachte Vorlage ausgegeben, um diese Jugendlichen nicht mit zu vielen Aufgaben zu überfordern.

 

 

An verschiedenen Beispielen sollten aber schon möglichst bald die Lesestrategien der Lesemappe im Unterricht behandelt werden. (siehe Unterrichtstipps „Lesestrategien“ von U. Rohr).

An einer bereits ausgefüllten Lesewoche kann die Lehrkraft die Lesestrategien in verschiedenen Situationen beispielhaft erläutern.

 

Wer sind die Lesepaten?

„Pate“ – kann irgendeine Person sein, z.B. Mutter, Vater, Bruder, Onkel, Mitschülerin oder Mitschüler. Die Unterschrift leistet hier die Person, die bestätigen kann, dass die Schülerin oder der Schüler einen Text gelesen hat. Davon hat sich diese Person z.B. dadurch überzeugt, dass sie mit dem Schüler oder der Schülerin über das Gelesene gesprochen hat.

An einigen Schulen gibt es bereits ehrenamtliche „Lesepaten“, die sich wöchentlich eine Stunde Zeit nehmen um mit einem Kind Texte auszuwählen und über (meist leise) gelesene Texte zu sprechen. Lesepaten sind auch ältere Schülerinnen und Schüler. In höheren Klassenstufen kann in Lesewochen auf „Patenunterschriften“ verzichtet werden.

 

Was kann gelesen werden?  

Zunächst sind alle Texte, die von den Schülerinnen und Schülern gelesen wurden möglich. Das kann das Vorlesen für eine jüngere Schwester sein, das Lesen einer Gebrauchsanweisung oder der Fernsehzeitschrift und vieles mehr sein.

 

Zu einem späteren Zeitpunkt machen einige Lehrkräfte folgende Einschränkung:

  • Texte, die in der Schule oder für die Unterrichtsvor- und Nachbereitung gelesen wurden
  • Texte, die mehr Text-  als Bildanteil enthalten

 

 

 

Tipps zur Erhöhung der Lesezeit

Da insbesondere die so genannten Risikoschüler kaum über Lesematerial in ihrer häuslichen Umgebung verfügen, sollten seitens der Schule zusätzliche Lesematerialien zur Verfügung gestellt werden:

Lesekisten für die Klasse bereit stellen (Bibliotheken stellen für ihre Klassenstufe eine Lesekiste mit aktueller Jugendliteratur zusammen – gerne auch vereinfachte Ausgaben, z.B. aus der KLAR-Reihe des Verlags an der Ruhr oder Reihe short & easy im Ravensburger Taschenbuchverlag.)   

Gezielte Leseanimation durch ausgewählte Texte

Zeitungen (z.B. Lokale Zeitung) und Zeitschriften (Jugendmagazine, Fußballzeitung, Sportzeitung) zur Verfügung stellen; Schüler wählen eine Seite aus der Zeitung aus, die sie zu Hause lesen wollen

Schüler drucken sich im Internet Artikel zu Themen, die sie interessieren, aus  – diese Aufgabe kann auch als „Vertretungsunterricht“ in der Klasse angeboten werden (siehe Copy "Lesetexte aus dem Internet")

 

Wie geht es mit der ausgefüllten Lesewoche im Unterricht weiter?

Die „Lesewoche“ bietet oft eine gute Anregung um über das Lesen nachzudenken und gemeinsam zu sprechen (Metakognition).  Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass :

  • sie täglich Texte lesen (obwohl einige behaupten, dass sie nie lesen)
  • sie in einigen Situationen gerne lesen 
  • sie sich auch mit schwierigen Texten auseinandersetzen
  • sich durch das Notieren der gelesenen Texte über das Lesen bewusst nachdenken lässt.
  • Erfolge durch das Lesen erzielt werden können

 

Die Kopiervorlage zum Thema „Nachdenken über die Lesewoche“ in der Lesemappe gibt Anregungen, wie sich in der Klasse, mit einem Partner oder einem Lesepaten die Kopiervorlage „Lesewoche“ auswerten lässt.

 

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