Was bietet Lesen macht stark Sek l?
Das Mehrebenenmodell von Cornelia Rosebrock und Daniel Nix beschreibt Lesen als einen vielschichtigen Prozess, der auf mehreren Ebenen gleichzeitig stattfindet.
Nach Rosebrock und Nix entsteht erfolgreiche Lesekompetenz erst durch das Zusammenspiel aller drei Ebenen (Prozessebene, Subjektebene, soziale Ebene), da Lesen sowohl kognitive als auch persönliche und soziale Voraussetzungen benötigt.
Auf der Prozessebene
Die Prozessebene umfasst die kognitiven Vorgänge des Lesens, also das Entziffern von Wörtern, das Verstehen von Sätzen und den Aufbau eines Textverständnisses.
Hierzu gehören Fähigkeiten wie Leseflüssigkeit, Konzentration, Vorwissen und die Anwendung von Lesestrategien.
- Leseband.SH 5
- Arbeiten mit dem Trainingsheft (digitales Vorlesenlassen ist durch QR-Code möglich)
- Methoden des lauten Lesens trainieren das Dekodieren, die Automatisierung (z.B. beim Lesen in allen Fächern), den Aufbau des Sichtwortschatzes und die Fähigkeit zum Sequenzieren von Sätzen, außerdem trainieren sie indirekt auch das Textverstehen, Wortschatzarbeit
- Lesestrategien, Methoden des leisen Lesens (repeated reading u.a.), kooperative Lernformen beim Lesen, Scaffolding, Modelling und Viellese-Verfahren unterstützen die Verknüpfung von Textinformationen (lokale Kohärenz), das Gesamtverständnis des Textes (globale Kohärenz) sowie das Erkennen von Superstrukturen (Aufbau eines Textes), außerdem können so Darstellungsstrategien (Wie ist der Text präsentiert, welche Wirkung hat er? Was ist sein Zweck? Auch in Hinblick auf Texte im Internet) identifiziert werden
- Überprüfung des Lernstandes durch LeA.SH 5, Vera, LMS-Diagnostik (Beobachtungsbogen und Frettchentest) u.a.
Auf der Subjektebene:
Die Subjektebene betrachtet die persönliche Beziehung eines Menschen zum Lesen, etwa Motivation, Interessen, Gefühle und individuelle Leseerfahrungen.
Sie erklärt, warum Menschen Texte unterschiedlich wahrnehmen und welche Bedeutung Lesen für die eigene Identität haben kann.
- Möglichkeiten, Lesemotivation zu wecken, sind z.B. Autorenlesung, Bücherkisten, Büchereibesuche, passgenaue motivierende Aufgaben, spannende Bücher, interessante Sachtexte sowie spannende pragmatische und erzählende Texte auf entsprechendem Niveau
- Reflexion über Nichtmotivation mit der Lesebremse oder der Problemlösehand, Förderung der Selbstwirksamkeit durch erreichbare Leseziele und sichtbare Lernfortschritte, positive Leseerfahrungen
- Beteiligung aller durch Textwahl nach Interesse am Thema sowie des Genres, Individualisierung und Differenzierung, Unterstützung durch Lesepaten und andere außerschulische Kräfte z.B. im Offenen Ganztag
- Kognitive Aktivierung durch Aktivierung von (Vor-) Wissen (vor - während - nach dem Lesen-Strategie)
- Anregung zur Reflexion über die eigene Lesebiographie und die anderer Personen
Auf der sozialen Ebene:
Die soziale Ebene beschreibt Lesen als gesellschaftliche und kommunikative Handlung, die durch Familie, Schule, Freundeskreis und kulturelle Normen beeinflusst wird.
- Lesekultur in der Schule (Lesewettbewerbe, Vorlesetage, Leseprojekte)
- Lesen in der Schule sichtbar machen (Leseräume, Leseecken, Aushänge, Buchempfehlung)
- Schulbibliotheken und öffentliche Bibliotheken als Lernort
- Büchereibesuche (auch mit neuen Medien, Lesen im Zeitalter der Digitalisierung)
- Theaterbesuche und Filme gucken sowie deren Aufarbeitung im Unterricht
- Leseveranstaltungen in der Schule, zu denen z.B. auch Eltern eingeladen sind
- über Gelesenes mit Gleichaltrigen sprechen (Buchvorstellungen, etc.)
- literarische Geselligkeit erleben
- Literaturunterricht
nach Rosebrock/ Nix: Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung. Schneider: Hohengehren, 2008. S. 16.